Herzlich Willkommen auf der Homepage der Katholischen Pfarrgemeinde St.Paulus Großburgwedel

Mai 2012

 

Kirche St. Paulus Burgwedel

 

Liebe Gemeinde !

 

"Credo sanctam, catholicam et apostolicam Ecclesiam“

 

Im großen Glaubensbekenntnis bekennen wir uns zur heiligen, katholischen und apostolischen Kirche.

Was ist damit eigentlich gemeint ?

Was „katholisch“ heißt, ist schnell erklärt. Das griechische Wort „kataholon“ bedeutet wörtlich so viel wie „allumfassend““. Es bezeichnet keine bestimmte Konfession, sondern die Universalität der Kirche, die zu allen Völkern auf dem Erdkreis gesandt ist. Und inwiefern wird die Kirche „apostolisch“ genannt ?

Die Lesung von der Wahl des Matthias gibt uns da einen Aufschluss.

Dass Jesus genau 12 Apostel erwählte, war kein Zufall, sondern Programm. Die Zwölfzahl erinnert an die zwölf Stämme des auserwählten Volkes Israel. Das bedeutet: Jesus schafft ein neues Volk Gottes, ein „neues Israel“. Die Zwölf waren also nicht nur besonders enge Mitarbeiter Jesu. Sie waren ein von Jesus eingesetztes Zeichen. Ein Zeichen dafür, dass Gott begonnen hat, sein endzeitliches Gottesvolk zu sammeln. Aus diesem Grund musste die Zwölfzahl nach dem Ausfall des Judas wieder aufgefüllt werden.

Der Verlauf des Wahlvorgangs ist bemerkenswert: Nachdem die versammelten Jünger zwei geeignete Kandidaten gefunden haben, machen sie sich nicht sogleich daran, eine Wahl zu treffen, sondern sie gehen ins Gebet. Letztlich soll nicht das Los entscheiden, auch nicht Petrus in seiner Autorität als Sprecher der Apostel oder die Gemeinde durch eine demokratische Wahl, sondern Jesus Christus selbst. Er sollte sich den neuen zwölften Apostel auswählen, so wie er auch die übrigen elf selbst berufen hat.

Dies besagt: Die Personen, die ein Amt in der Kirche innehaben, sind wichtig, aber sie sind nicht alles. Die Personen wechseln. Das Entscheidende ist der Auftrag, den sie an Christi statt ausführen. Das ist keine Geringschätzung der Amtsträger, sondern heilsame Relativierung.

Nach katholischem Verständnis ist jeder Bischof ein Nachfolger der Apostel. Als solcher steht er in einer ununterbrochenen Kette von Zeugen, die sich bis zu einen der zwölf Apostel zurückführen lässt: die sogenannte „apostolische Sukzession“. Jeder Bischof soll ein Garant dafür sein, dass die brennende Fackel des Glaubens von Generation zu Generation unverfälscht weitergegeben wird. Das Amt des Bischofs ist dabei kein anderes als das der ersten Apostel: Zeuge des Auferstandenen zu sein. Darin besteht das Apostelamt.

Der Schatz des Glaubens ist uns anvertraut, damit wir ihn bewahren. Bewahren können wir ihn aber nur, indem wir ihn in Wort und Tat bezeugen. In diesem weiteren Sinne sollen wir alle Apostel sein: Gesandte des Auferstandenen und Botschafter der Liebe Gottes.

Ihr Pfarrer, H.Schultz