Sternsinger segnen das Rathaus

HAZ Burgwedel vom 4.1.2019 von Thomas Oberdorfer

Kinder der St.-Paulus-Gemeinde besuchen bis Sonntag weitere 50 Häuser und sammeln Spenden

Großburgwedel. „Dieses Haus soll gesegnet sein“ – diese Botschaft überbrachten gestern 15 Sternsinger der St.-Paulus-Gemeinde an die Mitarbeiter im Rathaus. Sie setzten damit eine lange Tradition fort. Seit Jahren kommen die Jungen und Mädchen in das Haus und hinterlassen den Segensspruch über der Eingangstür des Gebäudes. „20*C+M+B*19“ steht dort nun auf schwarzer Folie. Iesela meldete sich als Erste, als Gemeindereferent Thomas Schenk die Jungen und Mädchen fragte, wer denn den Spruch aufschreiben möchte.

Also bekam die Zehnjährige die gesegnete Kreide und machte sich gleich ans Werk. Für die Sternsinger war der Termin im Rathaus nur der Auftakt zu arbeitsreichen vier Tagen. Bis Sonntag besuchen sie noch „50 weitere Häuser in allen Burgwedeler Ortsteilen und auch in Isernhagen“, berichtete Schenk. Nach dem Rathaus geht es zuerst in die Seniorenheime und dann in den kommenden Tagen zu all jenen Menschen, die bei St. Paulus um einen Besuch gebeten haben. „Wir gehen überall dorthin, wo wir eingeladen wurden“, erklärte Schenk.

Wie im Rathaus singen die Kinder bei jedem Besuch Lieder, tragen Gedichte vor und beten gemeinsam mit den Gastgebern. Und sie haben eine Spendendose dabei. Dort kann jeder, der mag, seinen Obolus entrichten. Das Geld wird für soziale Projekte eingesetzt. St. Paulus unterstützt mit den von den Sternsingern gesammelten Spenden Patenkinder der Gemeinde in Uganda.

Einige Jungen und Mädchen in dem ostafrikanischen Land sind mit Aids infiziert und benötigen das Geld für medizinische Behandlungen. „Rund 3000 Euro werden nach den vier Tagen in den Burgwedeler Spendendosen liegen“, sagte Schenk und griff dabei auf die Erfahrung aus den Vorjahren zurück. Und er hat noch eine beeindruckende Zahl: „In ganz Deutschland sammeln Sternsinger in jedem Jahr rund 50 Millionen Euro für den guten Zweck ein.“

 

Die Ursprünge reichen bis ins sechste Jahrhundert


Die Sternsinger können bereits auf eine lange Geschichte zurückblicken. Ihre Ursprünge sollen im sechsten Jahrhundert liegen. Heute wird das Sternsingen in Deutschland vorrangig von katholischen Gemeinden organisiert. Nach Weihnachten und bis zum Dreikönigsfest am 6. Januar ziehen zumeist Kinder und Jugendliche als die Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar gekleidet von Haus zu Haus.

Den Menschen, die ihnen die Tür öffnen oder sie einlassen, singen die Sternsinger Lieder, sprechen ein Gebet oder sagen ein Gedicht auf. Dann schreiben sie mit geweihter Kreise die traditionelle Segensbitte C+M+B zusammen mit der jeweiligen Jahreszahl an die Haustür oder den Türbalken. Die drei Buchstaben stehen als Abkürzung für die lateinischen Worte Christus mansionem benedicat (Christus segne dieses Haus).

Diese Inschrift soll den Segen Gottes auf das Haus und seine Bewohner herabrufen und sie vor Unglück schützen. Aber es gibt auch noch eine andere Deutung der Inschrift. Manche sehen in den drei Buchstaben die Initialen von Caspar, Melchior und Balthasar, den Heiligen Drei Königen. to