Verein hilft seit 25 Jahren in Afrika

25 Paten für Kinder in Uganda gesucht

HAZ Burgwedel - 27.11.2018 - von Sandra Köhler

Festgottesdienst und Ausstellung zum Jubiläum im Januar

25 Jahre Brasilien-Uganda-Hilfe: Das will gefeiert werden und zwar mit einer Ausstellung unter dem Motto „Beginnen – Durchhalten – Lebensperspektive schaffen“, die am Sonntag, 6. Januar, im Rathaus eröffnet wird. Zudem gibt es einen Festgottesdienst mit Empfang am Sonntag, 20. Januar, ab 11 Uhr in der katholischen Kirche. Den inoffiziellen, aber wichtigen Auftakt zum Feierreigen bildet der Weihnachtsbasar in St. Paulus, der eine wichtige Einnahmequelle für den Verein darstellt. Statt Geschenken hofft der Verein auf Menschen, die sich an der Aktion 25 für 25 beteiligen. „Wir hoffen, dass wir 25 neue Paten für 25 Patenkinder in Uganda gewinnen“, sagt Antonia Heinrich, Vorsitzende des Vereins, der der katholischen St.-Paulus-Gemeinde nahe steht.

 

 

 

Mit dem Patenprojekt unterstützt der Verein seit dem Jahr 2003 Kinder und Jugendliche aus von HIV betroffenen Familien. „Wir wollen ihnen eine Schul- und Berufsausbildung geben und damit eine Chance, ihr Leben in die Hand zu nehmen.“ Dafür übernehmen die Paten die Kosten für das Schulgeld. Die Kinder können so die Schule besuchen oder eine Ausbildung machen, haben täglich ein warmes Mittagessen und kommen in den Genuss von Gesundheitsvorsorge samt HIV-Aufklärung.

140 junge Menschen haben das Projekt bereits durchlaufen, aktuell sind 150 im Programm. Stolz berichtet Heinrich über Schützlinge, die es geschafft haben. Die studiert haben, Lehrerin, ITSpezialist, Banker oder Ärztin geworden sind und für sich sorgen können – und für ihre oft weitläufigen Familien. „Die haben einen Plan und ziehen den auch durch“, sagt Heinrich.

Wir wollen ihnen eine Schul- und Berufsausbildung geben und damit eine Chance, ihr Leben in die Hand zu nehmen.

Antonia Heinrich, Vorsitzende der Brasilien-Uganda-Hilfe


Darüber hinaus hat der Verein in Uganda ein Jugendzentrum gebaut, das Anlaufstelle für viele Jugendliche ist und in dem auch Kurse gegeben werden. Jugendliche, die selbst HIV-infiziert sind, erhalten zusätzliche Nahrungsmittel, damit sie die Medikamente besser vertragen. Und auch für die allmonatliche Fahrt ins Krankenhaus zur Blutuntersuchung sorgt die Uganda-Hilfe. Ein spezielles Mädchenprojekt gibt es ebenfalls, und auch unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Kenia greift der Verein unter die Arme.

Er hat ein Haus angemietet, in dem bis zu 25 Flüchtlinge wohnen können, und unterstützt sie mit Haushaltsgeld. In Brasilien, dem Land, das der Verein ebenfalls im Namen trägt, gibt es aktuell keine Projekte mehr.„Das hat sich mit dem Tod des dortigen Kontaktmannes, eines Priesters, zerschlagen“, sagt Heinrich. Zuvor hatte sich der Verein dort etwa 20 Jahre lang in der Ausbildung von Jugendlichen engagiert. Angefangen hatte das bereits vor 35 Jahren, als die St.-Paulus-Gemeinde Großburgwedel eine neue Orgel anschaffen wollte. Der damalige Kirchenvorsteher Konrad Gut war ein Gegner dieses Plans. Die alte Orgel tue es doch auch noch, so seine Überzeugung.

Er ließ sich schließlich umstimmen – aber erst angesichts der Zusage, dass eine ebenso große Summe, wie sie der Orgel-Kauf verschlingen würde, für soziale Zwecke im Ausland eingesetzt werde. Der Kontakt nach Brasilien entstand über einen Pater,der nach Uganda über einen damaligen Firmling. Zuerst wurde die Auslandshilfe über die Gemeinde abgewickelt, erinnert sich Heinrich. Doch nach zehn Jahren sei es dann an der Zeit gewesen, einen Verein zu gründen, der sich dieser sehr engagierten Entwicklungshilfe annahm. Und der jetzt auf ein Vierteljahrhundert zurückblicken kann.

Ein Grund, um stolz zu sein: Seit 25 Jahren unterstützt die Brasilien-Uganda-Hilfe unter der Führung von Antonia Heinrich junge Menschen. Von den Projekten zeugen viele Fotos, aber auch ein selbst gebauter Fußball vom afrikanischen Kontinent.

Weihnachtsbasar bietet Handgemachtes an


Der Verkauf beim Weihnachtsbasar von St. Paulus unterstützt die Brasilien-und-Uganda-Hilfe bereits seit gut zwei Jahrzehnten. Und darüber freut sich die Vorsitzende Antonia Heinrich sehr. „Es kommen jedes Jahr mehr als 1000 Euro für uns zusammen. Damit kann man in Uganda viel machen.“

Am Sonnabend, 1. Dezember, öffnet das Pfarrheim, Mennegarten 2, von 15 bis 18 Uhr wieder seine Pforten für den Basar. „Für mich beginnt damit immer so richtig die Adventszeit“, sagt Heinrich. Und in der Tat – wer weihnachtliche Stimmung schnuppern und Geschenke für seine Lieben suchen will, ist dort goldrichtig. Eine Gruppe kreativer Frauen hat Sterne aus Papier und Stoff gebastelt. Andere bieten von Chutney und Marmelade über Rumtopf und Likör an, was die Küche hergibt.

Es gibt Textilien mit weihnachtlichen Motiven, Kissen und Tischsets, Weihnachtskarten, Acrylbilder und Postkarten mit Burgwedeler Motiven. Wer noch einen Adventskalender sucht, findet Exemplare aus Streichholzschachteln. Auch Advents- und Türkränze können die Besucher des Basars erstehen. Jugendliche bieten selbst gebackene Plätzchen an. Und in der Kaffeestube lässt es sich trefflich verschnaufen und leckerer Kuchen probieren.

HAZ Burgwedel - Von Sandra Köhler